Kulturelles Projekt

Center for Literature/Burg Hülshoff

Mit den Gespenstern leben - haunting / heritage

Die Burg Hülshoff in Havixbeck war vor über 200 Jahren der Geburtsort der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff und beheimatet heute das im Jahr 2018 eröffnete Center for Literature (CfL). Das interdisziplinäre Literaturzentrum verbindet Literatur mit Film, Tanz, Musik und digitalen Medien. Dabei fragt es danach, wie die Themen, über die schon Annette von Droste-Hülshoff schrieb, heute gelesen, interpretiert und gelebt werden. Das CfL ist ein Ort, an dem künstlerische und soziale Prozesse vor dem Hintergrund der Poesie diskutiert werden – immer auch über die Literatur hinaus.

Unter dem Titel Mit den Gespenstern leben (haunting/heritage) setzt sich das CfL in den Jahren 2022 und 2023 mit Droste-Hülshoffs Leben und Werken auseinander: Wie kann ihr kulturelles Erbe in unserer diversen Gesellschaft neu verstanden werden? Annette von Droste-Hülshoff ist eine der berühmtesten deutschen Dichter*innen und ein prägendes Motiv ihrer Schriften ist der "Spuk", denn in ihren Texten häufen sich unerklärliche Ereignisse, Übernatürliches und Geister. Die Verunsicherungen ihrer Zeit, die mit den Transformationen der Industrialisierung einhergingen, spiegeln sich so in ihren Werken wider. Das Projekt beschäftigt sich zwei Jahre lang in Workshops, Talks, Performances und neu entstehenden Texten mit Droste-Hülshoffs Literatur.

Portrait: Annette von Droste-Hülshoff (von Johann Joseph Sprick, 1838)
Portrait: Annette von Droste-Hülshoff (von Johann Joseph Sprick, 1838)

Die Commerzbank-Stiftung fördert in diesem Zusammenhang die Module Werkstatt mit dem Droste-Lab und Diskurs mit der Denkfabrik. Im Modul Werkstatt arbeiten die Teilnehmenden gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus den Bereichen Literatur, Soziologie, Kulturwissenschaft, Geschichte und Architektur an einer zeitgemäßen Aufbereitung des literarischen Erbes im Museumskontext. Im Diskurs-Modul wird in temporären Arbeits- und Denkgemeinschaften in Form von Workshops und Vorträgen der Frage nachgegangen, wie ein literarisches Erbe in unserer vielfältigen und offenen Gesellschaft neu analysiert und zugänglich gemacht werden kann. Die Ansprache gerade der jüngeren Teilnehmer erfolgt auch über Social Media wie Instagram oder TikTok.