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Preisverleihung ZukunftsGut 2018

Commerzbank-Stiftung zeichnet Staatsschauspiel Dresden mit ZukunftsGut, Deutschlands erstem

Preis für institutionelle Kulturvermittlung, aus.

 

● Historisches Museum Frankfurt und Theater Oberhausen auf Plätzen 2 und 3
● Gesamtdotierung auf 80.000 Euro erhöht
● Staatsschauspiel bietet Publikum „Höchstmaß an Beteiligung“, so Stiftungsvorständin Astrid Kießling-Taşkın
● Erstes ZukunftsGut-Symposium: Vermittlungsarbeit entscheidend für Publikumsakzeptanz

Zum ersten Mal vergibt die Commerzbank-Stiftung am 12. September dieses Jahres in Frankfurt ZukunftsGut, Deutschlands ersten Preis für institutionelle Kulturvermittlung. Erster Preisträger der mit insgesamt 80.000 Euro dotierten Auszeichnung ist das Staatsschauspiel Dresden. Es erhält 50.000 Euro, um seine Vermittlungsarbeit strategisch weiterzuentwickeln. Das Historische Museum Frankfurt und das Theater Oberhausen folgen auf den Plätzen 2 und 3. Ihre Leistungen auf dem Gebiet der Vermittlung werden mit 20.000 beziehungsweise 10.000 Euro honoriert.

„Ursprünglich wollten wir nur eine Institution auszeichnen“, sagte Astrid Kießling-Taşkın. Sie ist im Vorstand der Stiftung zuständig für den Bereich Kultur. „Wir haben uns jedoch entschieden, das Preisgeld um insgesamt 30.000 Euro für den Zweit- und Drittplatzierten zu erhöhen. Grund ist die Konsequenz, mit der alle drei Häuser Kulturvermittlung wagen“, so Kießling-Taşkın weiter.

Zentrale Voraussetzungen für eine Teilnahme bei ZukunftsGut waren die strukturelle Verankerung und die strategische Ausrichtung von Kulturvermittlung im eigenen Haus. Dies beinhaltet, das Publikum aktiv in die Präsentation von künstlerischem kulturellem Erbe einzubeziehen. Im Bewerbungsaufruf hieß es dazu: „Nur wenn Kultur persönlich erlebbar wird, bewegt sie Menschen.“

„Und hier liegt die Herausforderung für die Kulturinstitutionen“, sagte Birgit Mandel, Professorin für Kulturvermittlung an der Universität Hildesheim und Mitglied im Stiftungsrat der Commerzbank-Stiftung „Insbesondere in der Zusammenarbeit mit neuen Zielgruppen zeigen sich die verschiedenen Interessen des Publikums. Deshalb sind Institutionen in ihrer ständigen Bereitschaft zur Veränderung gefordert“, sagte Mandel, in deren Händen auch die fachliche Leitung der neunköpfigen Jury von ZukunftsGut liegt.

Insgesamt 125 Kultureinrichtungen aus dem gesamten Bundesgebiet haben sich beworben. „Dass gleich beim ersten Mal so viele Institutionen mit sehr überzeugenden Vermittlungskonzepten dabei sind, übertrifft unsere Erwartungen. Das gesamte Spektrum der institutionellen Kulturlandschaft ist vertreten. Museen, Theater, Literatur- und Konzerthäuser fühlten sich gleichermaßen angesprochen. Das zeigt, Kulturvermittlung ist genreübergreifend ein Thema mit hoher Priorität“, erläuterte Mandel.

Im Urteil der Jury bewegt sich das Staatsschauspiel Dresden mit seinen Bürgerbühnen am sichersten im Spannungsfeld von Bewahrung und zeitgemäßer Darstellung. „Die Bürgerbühnen bieten dem Publikum ein Höchstmaß an Beteiligung“, sagte Kießling-Taşkın. „Das bringt auch das Theater selbst in Bewegung. Die Impulse von außen verändern den internen Blick auf das kulturelle Erbe und die Arbeit daran. Ein Fluss kommt in Gang, in dem sich das Theater mit der Gesellschaft bewegt und weiterentwickelt“, präzisierte Kießling-Taşkın.

Mit seinem Konzept nimmt das Staatsschauspiel Dresden eine Vorreiterrolle ein. Andere Theater in Deutschland haben die Idee der Bürgerbühne bereits aufgegriffen. Mandel führte in ihrer Laudatio aus: „Das Staatsschauspiel ist Erfinder einer eigenen Theatersparte: der Bürgerbühne. Ihr grundlegendes Element ist die Zusammenarbeit mit der Stadtgesellschaft . Hier verhandeln Bürgerinnen und Bürger mit theatralen Mitteln Themen, die sie bewegen, und zeigen sie auf der großen Bühne des Hauses. Und das nicht nur als einmaliges Projekt: Die wechselnden Produktionen sind dauerhafter Bestandteil des Spielplans.“

Auf Platz 2 wird das Historische Museum Frankfurt für seine partizipative Strategie ausgezeichnet. Programme, wie das Stadtlabor und der Sammlungs-Check, stehen für lebensnahe Kulturvermittlung: In persönlichen Erzählungen und mithilfe individueller Erinnerungsstücke aus der Familienhistorie wird Frankfurter Stadtgeschichte greifbar und in immer wieder neuen Facetten erzählt. Über die systematische Einbeziehung der Stadtgesellschaft verändert sich auch das Museum als Institution.

Dem Theater Oberhausen auf Platz 3 wiederum gelingt es, eine Vielzahl von gesellschaftlichen Gruppen in seine Produktionen und Aktionen einzubeziehen. Diskussionen zu aktuellen Themen, wie zum Beispiel Einwanderung oder Zukunft der Stadtgesellschaft, geben den Anstoß für die verschiedenen Projekte. Unabhängig von bestimmten Zuständigkeiten ist Kulturvermittlung in Oberhausen eine Gemeinschaftsaufgabe: Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bringen ihre Ideen und Erfahrungen ein.

Astrid Kießling-Taşkın brachte es auf den Punkt: „Kulturvermittlung ist entscheidend für die Zukunft einer Institution, sprich ihr Zukunftsmotor. Denn sie trägt maßgeblich dazu bei, dass eine Einrichtung von einem vielfältigen Publikum angenommen wird.“ Sie zeigte sich überzeugt, dass die drei Preisträger mit ihrer vorbildlichen Arbeit Impulse für die gesamte Kulturlandschaft in Deutschland setzen.

Den Beginn hierfür markierte das Symposium ZukunftsGut 2018, das unmittelbar vor der Preisverleihung in der Frankfurter Commerzbank-Zentrale stattfand. Experten, wie Stephen Langridge von der Oper Göteborg, und die Mitglieder der ZukunftsGut-Jury diskutierten gemeinsam mit Fachleuten und Kulturinteressierten über die Herausforderungen, denen sich Kulturinstitutionen heute stellen müssen.

Die Mitglieder der Jury von ZukunftsGut 2018 sind:
• Inez Boogaarts, Geschäftsführerin der Zukunftsakademie Nordrhein-Westfalen
• Tom Braun, Geschäftsführer der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung
• Teresa Darian, Spezialistin kulturelle Bildung in der Kulturstiftung des Bundes
• Marc Grandmontagne, Geschäftsführender Vorstand Deutscher Bühnenverein
• Max Hollein, Generaldirektor Metropolitan Museum New York
• Astrid Kießling-Taşkın, Vorständin Commerzbank-Stiftung
• Uwe Koch, Koordinator Europäisches Kulturerbejahr 2018 in Deutschland (Geschäftsstelle Deutsches Nationalkomitee für Denkmalschutz)
• Birgit Mandel (fachliche Leitung), Professorin für Kulturvermittlung an der Universität Hildesheim und Stiftungsratsmitglied der Commerzbank-Stiftung
• Sabine Rückert, stellvertretende Chefredakteurin von „Die Zeit“

 

Pressekontakt
Beate Schlosser
Tel: +49 69 136-22137

Über die Commerzbank-Stiftung
Die in Frankfurt am Main ansässige Commerzbank-Stiftung unterstützt bundesweit Projekte in den Bereichen Wissenschaft, Kultur und Soziales mit dem Ziel, Verantwortung gegenüber Mitmenschen zu übernehmen und einen nachhaltigen Beitrag für eine zukunftsfähige Gesellschaft zu leisten. Als aktiv fördernde Stiftung arbeitet sie mit erfahrenen Partnern zusammen, deren Initiativen eine bundesweite Ausstrahlung haben. Weitere Informationen zur Commerzbank-Stiftung unter www.commerzbank-stiftung.de.